WEISSER RING e. V.
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Statement des WEISSEN RINGS zum Prozess gegen Detlef H.

Detlef H., ehemaliger Leiter der Außenstelle des WEISSEN RINGS in Lübeck, ist heute vom Amtsgericht der Hansestadt freigesprochen worden. Vor mehr als einem Jahr hatte ein Rechercheverbund von Journalisten enthüllt, dass der 73-Jährige mehrere Frauen sexuell belästigt oder genötigt haben soll. Zur mündlichen Verhandlung gekommen ist schließlich ein Vorwurf exhibitionistischer Handlungen.

„Die gegen Herrn H. erhobenen Vorwürfe haben den WEISSEN RING zutiefst getroffen. Unabhängig von der strafrechtlichen Bewertung hat Herr H. mit seinem Verhalten die hohen Standards unserer Arbeit in der Opferhilfe massiv verletzt. Aus diesen Vorgängen hat der Verein eine Reihe von Konsequenzen gezogen“, sagt Manuela Söller-Winkler, Landesvorsitzende der Opferhilfeorganisation in Schleswig-Holstein. Zu den Maßnahmen zählt etwa das Sechs-Augen-Prinzip in der Betreuung: So soll bei einem Erstkontakt mit Opfern von Sexualdelikten stets eine dritte Person anwesend sein. Zudem hat der Verein 2018 sein Beschwerdemanagement für Opfer, Mitarbeiter des WEISSEN RINGS und Dritte ausgebaut. Hierfür konnte als bundesweite Vertrauensperson der erfahrene Theologe und renommierte Sozialwissenschaftler Dr. Herbert Fischer-Drumm gewonnen werden.

„Der WEISSE RING steht den betroffenen Frauen zur Seite. Ihnen gehört unser Mitgefühl. Unser Betreuungsangebot halten wir selbstverständlich auch weiterhin aufrecht“, sagt Söller-Winkler. Die Landesvorsitzende empfiehlt möglichen Opfern, sich an die Sonderbeauftragte des WEISSEN RINGS, Petra Klein, zu wenden. Die ehemalige Beamtin der Kriminalpolizei Oldenburg i. O. und Mitglied des Bundesvorstands der Opferhilfeorganisation ist seit dem vergangenen Frühjahr mit in diesem Zusammenhang betroffenen Frauen in vertrauensvollem Kontakt. Über die eigens eingerichtete Telefonnummer 0151/551 645 97 können Betroffene direkten Kontakt mit Petra Klein aufnehmen.