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Schutz vor Einbrechern

Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet weiterhin eine hohe Anzahl an tatsächlichen und versuchten Wohnungseinbrüchen. Besonders gefährdet sind dabei Wohnungen mit leicht zu erreichenden Fenstern und Türen. Schon mit ein paar einfachen Tipps und Tricks können Sie sich davor besser schützen.

PKS 2016: Fallzahlen trotz Rückgang auf hohem Niveau

Die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche ist erstmals seit Jahren nicht angestiegen. Vielmehr verzeichneten die Statistiker für das Jahr 2016 einen Rückgang um 9,5 Prozent auf insgesamt 151.265 Fälle. Dabei entwendeten die Einbrecher Diebesgut im Wert von rund 392 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote lag bei 16,9 Prozent (Jahr 2015: 15,2 Prozent). Trotz des Rückgangs ist die Fallzahl immer noch sehr hoch und bewegt sich auf dem Niveau des Jahres 2014.

Im 10-Jahres-Rückblick liegt das Jahr 2016 allerdings weiterhin unter den „Top-3-Jahren“ mit den meisten Wohnungseinbrüchen im Privatbereich. So lag die Zahl der Wohnungseinbrüche im Jahr 2006 bei 106.107 Fällen. Das bedeutet, dass die Zahl Einbrüche im 10-Jahres-Vergleich um über 42 Prozent gestiegen ist. Ein klares Zeichen, dass trotz des Rückgangs weiterhin eine hohe Gefahr von Einbrechern ausgeht und die Ausstattung mit Sicherheitstechnik das beste Gegenmittel darstellt. Diese Erkenntnis wird durch einen anderen Blick auf den 10-Jahres-Vergleich gestützt. Der Blick auf die vollendeten Einbrüche zeigt: lagen diese im Jahr 2006 noch bei rund 63 Prozent, konnten im Jahr 2016 nur rund 55,7 Prozent der Einbrüche auch erfolgreich abgeschlossen werden.

Aufklärungsquote bedeutet nicht, dass Einbrüche aufgeklärt sind

Die Aufklärungsquote lag im Jahr 2016 bei 16,9 Prozent. Dies bedeutet, dass nicht einmal jeder fünfte Einbruch aufgeklärt wurde. Und beim genauen Betrachten der Aufklärungsquote fällt noch ein Punkt ins Gewicht: Anders als man meinen könnte, gilt ein Einbruch für die Statistik nämlich bereits als aufgeklärt, wenn es mindestens einen Tatverdächtigen gibt – unabhängig davon, ob es auch wirklich der Täter war oder er dafür verurteilt wurde.

Bandenmäßiger Einbruch erstmals separat ausgewiesen

Erstmals werden mit der neuen Kriminalstatistik auch Daten zum bandenmäßigen Wohnungseinbruch ausgewiesen. Die Zahl von 2.156 Fällen entspricht dabei rund 1,4 Prozent an der Gesamtheit der Wohnungseinbrüche. Das zeigt, dass die Mehrzahl der Wohnungseinbrüche immer noch von Einzeltätern ausgeübt wird, welche sich in der Mehrzahl effektiv durch mechanische Sicherheitstechnik vermeiden lassen.

Experten raten zur Installation von Sicherheitstechnik

Ein Wohnungseinbruch belastet die Opfer oftmals stark. Die Verbesserung des technischen Einbruchschutzes ist besonders wichtig, um möglichst viele Täter scheitern zu lassen und damit den Versuchsanteil zu erhöhen. Mittlerweile misslingen die Einbrüche nicht zuletzt durch vorhandene Sicherungseinrichtungen und eine aufmerksame Nachbarschaft. Jeder nicht vollendete Wohnungseinbruch reduziert nicht nur die psychische Belastung der Betroffenen, sondern verhindert auch, dass persönliche Gegenstände und Vermögenswerte entwendet werden.

„Eine Investition in Sicherheitstechnik kann effektiv vor Wohnungseinbruch schützen.“

Michael Bräuer, Sprecher der Firma ABUS

Michael Bräuer, Sprecher der Firma ABUS, einem der führenden Hersteller von Sicherheitstechnik erklärt: „Ein solider mechanischer Grundschutz für ein gewöhnliches Einfamilienhaus ist ab ungefähr 2.000 Euro umsetzbar, auf zehn Jahre gerechnet, liegt die Investition damit bei rund 15 Euro pro Monat. Noch besser geeignet ist eine Kombination von mechanischer und elektronischer Sicherheitstechnik. Sogenannte mecha­tronische Sicherheitsinstalla­tionen bilden eine Kombination aus massiven Schlössern und einem Alarmsystem. So wird der Einbrecher durch die Mechanik aufgehalten, während gleichzeitig die Alarmierung ausgelöst und der Täter unter Druck gesetzt wird.“

Mit ABUS in einem Boot: Gemeinsam mit dem Hersteller für Sicherheitstechnik engagiert sich der WEISSE RING seit Jahren in Sachen Einbruchschutz. Informationen finden Sie hier.

Kostenloser Sicherheitscheck durch Experten deckt die möglichen Schwachstellen auf

Da der Schutz gegen Einbrecher objektspezifisch ermittelt werden muss, sollten stets Fachleute zu Rate gezogen werden, die ein individuelles Sicherheitskonzept erarbeiten. Auf der Internetseite des Herstellers ABUS (www.abus.com) können Verbraucher einen Vor-Ort-Termin für einen Sicherheitscheck mit einem geprüften Fachhändler vereinbaren. Bei diesem Sicherheitscheck ermittelt der Profi, welche geeigneten Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung von Einbrüchen ergriffen werden sollten – unverbindlich und kostenlos, einfach per Kontaktformular.

Der beste Schutz – Zusammenspiel von Sicherheitstechnik und Aufmerksamkeit

Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln können Sie Ihren persönlichen Schutz bereits erhöhen. Die besten Tipps lesen Sie in der nachfolgenden Auflistung oder im ABUS-RatgeberUnd vergessen Sie nicht aufmerksam zu sein. Wenn Sie verdächtige Personen in der Nachbarschaft bemerken, sollten Sie sie ansprechen oder die Polizei informieren. Es gilt: Lieber einmal zu oft die Polizei anrufen, als einmal zu wenig!

Präventionstipps

So schützen Sie sich vor Tageswohnungseinbruch

  • Machen Sie die Fenster zu und schließen Sie die Wohnungs- und Haustüren stets ab. So verhindern Sie das einfache Eindringen mit dem Scheckkarten-Trick oder durch Aufhebeln.
  • Sichern Sie Haus- und Wohnungstüren, Nebeneingänge, Balkon- und Terrassentüren sowie Fenster mit mechanischen Sicherungen. Diebe scheuen das Risiko. Gut gesicherte Fenster und Türen zu öffnen, erfordert in der Regel einen hohen Zeitaufwand und verursacht Lärm. Davor schrecken auch „Profis" zurück.
  • Sichern Sie Kellerlichtschächte und Kellerfenster zum Beispiel mit massiven, gut verankerten Gittern.
  • Auch Alarmanlagen können Einbrecher abschrecken, da sie das Entdeckungsrisiko erhöhen. Sie können mechanische Sicherungen aber nur ergänzen!

So schützen Sie sich vor Einbruch in der Urlaubszeit

Während der Urlaubszeit sind Hab und Gut besonders gefährdet. Einbrecher gehen gern zu Werke, wenn die Hausherren nicht da sind, Wohnungen und Häuser tage- oder wochenlang leer stehen. Dies sollte der potenzielle Täter daher nicht auf Anhieb erkennen können:

  • Vermeiden Sie überquellende Briefkästen und bitten Sie Nachbarn, diese regelmäßig zu leeren. Dabei hilft es auch, die Tageszeitung für die Urlaubszeit abzubestellen.
  • Kündigen Sie Ihren Urlaub nicht auf Social-Media-Kanälen an.
  • Hinterlassen Sie keine „Wir sind zwei Wochen verreist“-Nachricht auf dem Anrufbeantworter.
  • Alle Fenster und Türen abschließen.
  • Keine Ersatzschlüssel im Außenbereich verstecken.
  • Keine Kletterhilfen, wie Leitern oder Gartenstühle, herumliegen lassen.
  • Wertsachen wie Schmuck, Wertpapiere oder Bargeld sollten zumindest während der Abwesenheit in einem Bankschließfach aufbewahrt werden.
  • Licht über eine Zeitschaltuhr steuern und damit Anwesenheit signalisieren.
  • Blicksichere Adress-Kofferanhänger verwenden.

So sichern Sie Ihre Türen gegen Einbruch

  • Die Wohnungstür nur zuziehen reicht nicht! Schließen Sie immer ab.
  • Verstecken Sie Ihren Schlüssel nicht draußen! Einbrecher finden jedes Versteck.
  • Bauen Sie in die Tür ein einbruchhemmendes Schloss mit besonders geschütztem Profilzylinder ein sowie einen Schutzbeschlag mit zusätzlicher Zylinderabdeckung.
  • Im Mauerwerk verankerte oder verlängerte Schließbleche können das Aufhebeln der Tür wesentlich erschweren. Gegen das Aufhebeln im Bandbereich schützen Hintergreifhaken.
  • Verstärken Sie schwache Türblätter.
  • Bauen Sie ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel ein. Dadurch wird auch das Aufstoßen der spaltbreit geöffneten Tür verhindert und das Eindringen von ungebetenen Gästen erschwert.
  • Bauen Sie in die Tür einen Weitwinkelspion ein, damit Sie sehen, wer geklingelt hat. Wenn Sie Unbekannten die Tür öffnen, dann nur bei vorgelegtem Sperrbügel.
  • Lassen Sie bei Neu- und Umbauten genormte und geprüfte einbruchhemmende Fenster und Türen einbauen. Sie können sich dann eine eventuelle Nachrüstung sparen.
  • Vergessen Sie die Sicherung der Nebeneingangstüren nicht.
  • Wechseln Sie bei einem Schlüsselverlust den Schließzylinder aus.

So sichern Sie Ihre Fenster, Terrassen- und Balkontüren

  • Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch dann, wenn Sie Haus oder Wohnung nur kurz verlassen. Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Sichern Sie Fenster und Fenstertüren mit absperrbaren Zusatzsicherungen (Aufbruchsperren). Absperrbare Fenstergriffe allein genügen nicht. Fenster werden häufig aufgehebelt – dazu reicht schon ein Schraubendreher.
  • Vernachlässigen Sie auch Fenster und Balkontüren in den oberen Stockwerken nicht, Einbrecher sind manchmal wahre Kletterkünstler. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen, Rankgerüste und andere Gegenstände dienen als Kletterhilfen.
  • Terrassen- und Balkontüren können Sie auch mit Rollgittern oder Gittertüren sichern. So ist es möglich, die Türen selbst zum Lüften offen oder gekippt zu lassen.
  • Rollläden sollten zumindest gegen das Hochschieben gesichert werden. Wichtig ist aber auch eine Sicherung der Fenster selbst, denn häufig wird gerade tagsüber eingebrochen.

So schützen Sie Ihre Wertsachen

  • Lassen Sie Wertsachen zu Hause nicht offen herumliegen.
  • Besonders wichtige Dokumente, wertvolle Sammlungen, Gold sowie Schmuck, der nur selten gebraucht wird, sind am sichersten bei Ihrer Bank im Schließfach aufgehoben.
  • Sparbücher, Scheckformulare, häufig getragener wertvoller Schmuck und Bargeld werden am besten in einem Wertbehältnis untergebracht. Kaufen Sie jedoch nicht den nächstbesten Safe! Auskünfte über geeignete Modelle erteilen Ihnen polizeiliche Beratungsstellen.
  • Markieren Sie Ihre Wertgegenstände, machen Sie Fotos und notieren Sie die wichtigsten Daten in einer Wertgegenstandsliste. Eine Vorlage für diese Liste können Sie unter www.k-einbruch.de herunterladen.

Infobroschüre des WEISSEN RINGS

Informationen zum Thema Einbruchschutz finden Sie auch in unserer Broschüre:

Broschüre

„Machen Sie Einbrechern das Leben schwer!“

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