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Frauenpower im Fußball

Am 7. Juni startet in Frankreich die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. 24 Mannschaften spielen um den Titel. Das DFB-Team trifft in der Vorrunde auf China, Spanien und Südafrika.

Frauenfußball boomt nicht nur in Deutschland: Der internationale Frauenfußball verzeichnet weltweit eine stetig wachsende Zahl an Kickerinnen. Die Spiele der Frauen-Nationalmannschaften werden mit wachsender Begeisterung auf der ganzen Welt gesehen.  

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Fußball längst keine reine Männerdomäne mehr ist. Und eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Frauen in Deutschland in den letzten Jahren Stück für Stück mehr Gleichberechtigung erlangt haben. Und man sollte meinen, dass das Thema „Gewalt gegen Frauen“ in der Öffentlichkeit wahr- und ernstgenommen wird. Leider sieht die Realität gegenwärtig anders aus.

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey sagte im November 2018: „Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort – ein Ort, an dem Angst herrscht. Häufiger als jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. 2017 starben insgesamt 147 Frauen durch sogenannte Partnerschaftsgewalt.“

Im Jahr 2017 wurden laut BKA durch ihre Partner oder Ex-Partner insgesamt 138.893 Personen Opfer versuchter und vollendeter Taten. Zu den Delikten gehören Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking und Nötigung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. Insgesamt waren 113.965 Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen. Es sind laut Auswertung des BKA zu über 82 Prozent Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Fast die Hälfte (49,1 Prozent) von ihnen lebte in einem Haushalt mit dem Tatverdächtigen.

Sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen ist eine Straftat und kein Kavaliersdelikt. „Es ist leider traurige Realität, dass Frauen gerade auch zu Hause immer wieder geschlagen, gedemütigt und sexuell bedrängt werden“, sagt Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS. Die Opferschutzorganisation möchte Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, dazu ermutigen, sich Hilfe zu holen. Die bundesweit etwa 3000 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und Opferhelfer unterstützen Betroffene, können an andere Institutionen weitervermitteln und bieten Begleitung zu Terminen bei der Polizei und anderen Behörden an. Unter der Rufnummer 116 006 betreibt der WEISSE RING täglich von 7 bis 22 Uhr sein Opfer-Telefon. Darüber hinaus gibt es eine Onlineberatung.

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