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Tipps gegen Cybergrooming

Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen ist heutzutage online, unterhält und verabredet sich über soziale Plattformen. Doch die Möglichkeit des schnellen, unkomplizierten und anonymen Austauschs im Internet bietet nicht nur ihnen Vorteile, sondern auch Kriminellen, die gezielt den Kontakt zu Minderjährigen suchen.

Quelle: fotolia Focus Pocus Ltd.

Das gezielte Ansprechen Minderjähriger im Internet mit dem Ziel sexueller Kontakte nennt man Cybergrooming („to groom“ englisch: jemanden auf etwas vorbereiten, hier: sich das Vertrauen eines Kindes erschleichen, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen). Täter/innen nutzen verschiedene soziale Netzwerke, wie beispielsweise Facebook, und suchen über diese Plattformen den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen. Dabei werden Minderjährige oft anonym oder unter falschen Angaben angesprochen und beispielsweise zu Nacktaufnahmen oder sexuellen Handlungen aufgefordert. Die Täter geben sich häufig als Gleichaltrige aus und versuchen über Komplimente, als mitfühlender Zuhörer oder als Anlaufstelle bei persönlichen Problemen das Vertrauen des Kindes zu gewinnen. Ziel ist es, ein persönliches Treffen anzubahnen, um die Minderjährigen dann missbrauchen zu können. In der KIM-Studie (Kinder und Medien) aus dem Jahr 2014 gaben sieben Prozent der Kinder an, bereits Erfahrungen mit problematischen Kontaktversuchen von Fremden im Internet gemacht zu haben.

Konkrete Verhaltenstipps

  • Um das Risiko von Cybergrooming zu minimieren, ist es wichtig, dass Eltern ihr Kind beim Surfen und Chatten begleiten und Hilfe anbieten. Suchen Sie zusammen mit dem Kind altersgerechte Online-Angebote aus, vereinbaren Sie Verhaltens- und Sicherheitsregeln im Umgang mit dem Internet. Interessieren Sie sich für seine Onlinekontakte ohne jedoch sämtliche Aktivitäten des Kindes ständig zu überwachen. Zeigen Sie sich gegenüber Ihrem Kind gesprächsbereit und bieten ihm an, bei negativen Erfahrungen im Internet stets ein offenes Ohr zu haben. Dabei sollte es jedoch keine Verbote oder Strafen befürchten müssen.
  • Vorsicht beim Veröffentlichen von persönlichen Daten: Je mehr persönliche Angaben in Profilen preisgegeben werden, desto höher ist das Risiko der Belästigung – im digitalen und realen Leben. Die Profilnamen sollten keine Hinweise auf persönliche Daten (Namen, Alter, Wohnort etc.) enthalten.
  • Ob sich wirklich die Person hinter dem Chatpartner verbirgt, die sie angibt zu sein, kann man nicht wissen. Daher sollte man immer misstrauisch bleiben. Persönliche Treffen mit unbekannten Onlinekontakten sollten bestenfalls nicht vereinbart werden, zumindest jedoch nicht ohne Begleitung.
  • Die Webcam ausgeschaltet lassen und ggf. sogar abkleben. Diese kann mit relativ einfachen Mittel gehackt werden und der Nutzer damit unbemerkt beobachtet werden.
  • Unangenehme Chats sofort beenden. Melden Sie diese am besten dem Betreiber, bei schwerwiegenderen Vorfällen den Meldestellen jugendschutz.net, I-KiZ.de  und internetbeschwerdestelle.de oder der Polizei. Als Beweis können Screenshots der Kommunikation dienen.

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